Schädlinge

Kleidermotte

Die Kleidermotte ist der bekannteste Textilschädling. Schädlich ist bei ihr, wie bei allen anderen zahlreich vorkommenden Mottenarten, die Larve. Die Falter, die einfärbig und strohgelb sind, nehmen keine feste Nahrung, sondern höchstens Flüssigkeit zu sich.

Die Kleidermotte befällt die Keratinsubstanz, aus der die Haare von Säugetieren und die Federn der Vögel bestehen. Der Schaden der Larven erstreckt sich also auf wollene Kleidungsstücke, Teppiche, Möbelbezüge, Pelze, Bettfedern, Rosshaarfüllungen in Matratzen, Polstermöbeln und ähnlichem. Textilstoffe pflanzlicher Herkunft wie Baumwolle, Zellwolle, Kunstseide, Leinen usw. kann die Mottenlarve nicht verdauen.
Dennoch kommt es auch vor, dass solche Stoffe zerstört werden, besonders wenn sie organisch verschmutzt sind, da sie im Hungerzustand alles annagen, was ihre Mundwerkzeuge bewältigen können.

Die Vermehrungsfähigkeit ist wie bei fast allen Mottenarten sehr groß. Die Zahl der Eier eines Weibchens beträgt oft über 200. Die Schnelligkeit der Weiterentwicklung ist abhängig von der Temperatur und der Beschaffenheit der Nahrung. Je nach Temperatur ist pro Jahr mit 3-4 Generationen zu rechnen. Junge Larven können völligen Nahrungsmangel 8 1/2 Monate lang aushalten. Auch halb erwachsene Tiere, die keine Gelegenheit zum fressen haben, können sich trotzdem weiterentwickeln.

Lebensmittelmotte

Diese Vorratsschädlinge kann man mit einiger Mühe, ohne einen Schädlingsbekämpfer einzuschalten, selbst wieder wegbekommen:

Man räumt zur Gänze die Lebensmittelkästchen aus, saugt sorgfältig die Fugen aus und reinigt alles mit Essigwasser. Falls es möglich ist, nehmen Sie auch die Fachbretter heraus und reinigen Sie die rauen Schmalseiten. Versuchen Sie auch unter und hinter den Kästchen und dem Herd zu saugen, da Lebensmittelreste leicht hinter die Verbauungen fallen. Larven der Lebensmittelmotten (kleine weiße Würmer mit schwarzem Kopf), die fallweise an Wänden und Decken zu sehen sind, können einfach abgekehrt oder abgesaugt werden.

Vor dem Wiedereinräumen müssen ALLE Lebensmittel genau auf Befall untersucht werden. Befallenes Material wird weggeworfen, indem Sie es in ein Plastiksackerl geben und fest verknoten. So wird eine weitere Verbreitung im Haus verhindert. Produkte, bei denen ein Befall unklar ist, können durch 10-tägiges Ausfrieren in der Tiefkühltruhe behandelt und danach problemlos weiterverwendet werden. Alles andere füllt man in Vorratsdosen aus Glas, Blech oder dickem Plastik. (Dünnes Plastik wird durchgestochen.) Auch bei künftigen Einkäufen füllt man die frischen Produkte sofort in eigene Behälter um.Vergessen Sie nicht, dass auch Tiernahrung, Lebkuchenherzen oder Gewürzsträußchen befallen sein können und kontrolliert werden müssen. Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie viel Arbeit das ist. Aber es zahlt sich aus.

Marder

Der Marder sucht sich als nachtaktives Tier geschützte Schlupfwinkel, wo er dann beim Menschen aber oft eine große Belästigung darstellt.

Dies sind im verbauten Gebiet vor allem Dachböden, Höhlräume in der Gebäudesubstanz verschiedenster Art (wie z.B. Kaltdachhinterlüftungen).
In diesen Fällen kommt es dann in der Nacht oft zu erheblichen Lärmbelästigungen für die Hausbewohner und auch gelegentlich zu Geruchsbelästigungen, da diese Bereiche ja auch als Toilette genutzt werden.
Gerne sucht der Marder auch geschützte Gebäudebereiche wie Tiefgaragen auf, wo es dann häufig zu massiven Problemen für die Autobesitzer kommt, da die Tiere die Autos als Spielplatz missbrauchen (Verunreinigung der Karosserie) und bis in den Motorraum kriechen, und dann dort auch oft massive Schäden verursachen, indem verschiedenste Kabel und Schläuche annagen, oder auch Motorraumverkleidungen durch ihren natürlichen Nagetrieb stark in Mitleidenschaft ziehen. Dies kann in extremen Fällen sogar zu einer ernsten Gefährdung des Autofahrers führen, wenn über Nacht plötzlich wichtige Systeme des Autos nicht mehr funktionieren.(z.B. Bremsversagen)

Ameisen

Ameisen gehören ebenso wie die Wespen und Bienen zu den staatenbildenden Hautflüglern:

Nach dem Schwärmen (Mai bis Oktober), wobei die Hochzeit stattfindet, sterben die Männchen, die Weibchen aber brechen sich ihre Flügel ab und gründen einen neuen Staat. Neben der Königin, deren Lebenszeit bis zu 30 Jahren dauert, leben die geschlechtslosen Arbeiterinnen. Der Ameisenstaat ist gut durchorganisiert. Ein Teil der Arbeiterinnen betreut die Königin und die Brut, ein anderer Teil transportiert die Nahrung ins Nest, einige Ameisen suchen die Nahrungsquellen und markieren die Wege zum Nest mit Duftstoffen.

Bei uns kommen im Freien hauptsächlich drei Arten vor: die Rasenameise, die Wegameise und die Holzameise. Sie legen ihre Nester in der Erde, in Baumstämmen oder an sandigen Plätzen unter Steinen an. Die Straßen der Ameisen führen oft über weite Strecken zu Bäumen mit Blattläusen, deren süßen Kot sie auflecken, aber auch in die Häuser zu den Vorräten oder Speiseresten.
Eine Ameisenart, die sich nur in Häusern mit Heizung halten kann, ist die Pharaoameise. Auf Grund ihrer Gefährlichkeit ist sie in Wien laut einer Verordnung meldepflichtig und von einem Schädlingsbekämpfer zu bekämpfen.

Rasenameise

Die Weg- oder Rasenameise gehört zur Familie der Knotenameisen. Die Arbeiterinnen sind dunkelbraun gefärbt, haben gelblichbraune Beine und sind 2 mm bis 3,5 mm lang.

Die Ameisen haben am Kopf scharfe Zangen, mit denen sie beißen und Nahrung zerschneiden können. Zwischen Juni und August werden im Ameisennest Geschlechtstiere herangefüttert. Diese Jungköniginnen und Männchen haben Flügel, da sie sich in der Luft beim Hochzeitsflug paaren. Die befruchteten Königinnen suchen sich einen geeigneten Platz für einen neuen Staat. Die Männchen sterben nachdem Hochzeitsflug.

Die geschlechtslosen Arbeiterinnen der Ameisen legen oft weite Strecken zurück, um Futter, Wasser oder Nistmaterial zu suchen.
Im Garten und auf Wiesen sollten Ameisen nicht bekämpft werden. Sie erfüllen in der Erde mit der Ameisensäure eine wichtige chemische Funktion. Sie sind auch nützlich, da sie Schädlinge und deren Larven zerschneiden und als Nahrung in ihr Nest einbringen. In Haushalten kann man das Ausbreiten von Ameisen verhindern, wenn man deren Laufwege regelmäßig mit Essigwasser abwischt. Auch sollen intensive Düfte, wie die von getrockneten Tomatenblättern, Kerbelkraut oder Nussblättern, Ameisen abwehren helfen.

Pharaoameise

Die Pharaoameise ist eine der kleinsten aller bei uns bekannten Ameisenarten. Ihre Arbeiterinnen sind ca. 2 mm klein und gelblich gefärbt. Eine Königin ist doppelt so groß und dunkler. Man findet sie fast ausschließlich in Gebäuden mit Zentralheizung.

Weil diese Ameisen so winzig sind, können sie sich leicht verbreiten. Sind sie einmal eingeschleppt, wandern sie entlang der Installationsschächte, entlang der Zentralheizungsrohre und entlang der Bergmannrohre von elektrischen Leitungen. Ein Pharaoameisenstaat hat mehrere Jungköniginnen, die mit auf Futtersuche gehen. Pharaoameisen bevorzugen als Nahrung Eiweißprodukte, also Eier, Wurst, Fleisch, aber auch Blut, Eiter, und Speichel. Nicht besonders beliebt sind Kohlenhydrate.
Es kommt zu einer enormen Belästigung für den Menschen. Einerseits findet man sie überall wo es feucht und warm ist, andererseits können sie auch Krankheiten übertragen (wie Milzbrand, Tuberkulose, etc.) und dringen auch unter Wund- und Gipsverbände ein.
Durch ihre Winzigkeit und ihre versteckte Lebensweise werden diese Schädlinge, besonders von älteren Menschen, länger nicht bemerkt.
Ein Erfolg ist aber nur dann gegeben, wenn alle Wohnungen eines befallenen Hauses oder Stiege behandelt werden können. Sonst kommt es nach einiger Zeit zu einer Wiederbesiedelung des restlichen Hauses durch Pharaoameisen. Aufgrund der Gefährlichkeit der Pharaoameisen besteht in Wien bei Befall eine gesetzliche Meldepflicht an das Gesundheitsamt und Bekämpfungspflicht durch ein befugtes Schädlingsbekämpfungs-Unternehmen.

Silberfische

Silberfischchen befallen weder Mensch noch Tier, sie übertragen auch keine Krankheiten. Bei Massenauftreten werden sie dennoch von den Menschen als sehr lästig empfunden.

Zum Leben brauchen Silberfischchen eine hohe Luftfeuchtigkeit und ernähren sich von den mikroskopisch kleinen Schimmelpilzen, die sich bei zu hoher Luftfeuchtigkeit bilden:

  • In Neubauten, die noch nicht ausgetrocknet und ausgeheizt sind
  • In frisch tapezierten Wohnungen
  • Bei schlecht isolierten und daher schwitzenden Rohren
  • In Räumen mit viel Koch- und Waschdunst, die selten gelüftet werden.

Maßnahmen:

Um der Plage Herr zu werden, genügt es oft, die zu hohe Luftfeuchtigkeit durch reichliches Lüften bei gleichzeitigem starken Aufheizen zu senken. Manchmal ist es empfehlenswert, feuchte Wandstellen mit einem Heizstrahler auszutrocknen. Beim Reinigen der Nassräume sollte darauf geachtet werden, dass der Boden immer trocken nachgewischt wird, damit in den Fugen kein Wasser stehen bleibt.

Taube

Die Haustaube kommt in allen Großstädten vor. Dachvorsprünge, Fensterbretter und alle breiteren Gesimse und dergleichen dienen ihnen zum Nisten, Schlafen oder als Ruheplätze.

Wirtschaftliche Schäden:
Verschmutzung und Beschädigung von Fassaden, Denkmälern, Autoblechen, Gehwegen usw. durch Taubenkot. Beeinträchtigung von Arbeitsabläufen und Waren in Lagerhallen durch herabfallendes Nistmaterial und Exkremente.

Gesundheitliche Schäden:
Fast immer kann bei Tauben Tuberkulose und Ornithose nachgewiesen werden.Beim Auffliegen der Tauben von Nestern und Gesimsen wird mit dem Staub von eingetrocknetem Kot und ausgefallenen Federn auch die Erreger für Ornithose und Salmonellen aufgewirbelt. Diesen Staub atmen Passanten und Hausbewohner ein.

Tauben sind praktisch auch immer von Vogelmilben befallen. Verendet ein Tier, verlassen die Milben den Kadaver und befallen, auf Nahrungssuche ausgehend, sehr oft auch Menschen.
Oft kommt es, besonders in den oberen Stockwerken vom Dachboden oder vom Dachgesims her, zu einer Masseninvasion von Saumzecken. Diese verursachen besonders schmerzhafte Bisse mit blauroter Verfärbung und starker Schwellung einhergehend mit weitgehenden Störungen des Allgemeinbefindens. Außerdem sind die meisten Tauben auch vom Taubenfloh befallen, der, entgegen der weitverbreiteten Meinung, dass nur der Menschenfloh den Menschen befällt, auch Menschen sticht.

Pelzkäfer

Hauptsächlich ernährt sich der Pelzkäfer (Attagenus uniclor) von Materialien tierischen Ursprungs, aber auch pflanzliche Produkte können zum Nahrungsspektrum gehören.

Er ist wie die Kleidermotte in der Lage, keratinhältige Substanzen zu verdauen. Man findet ihn daher hauptsächlich in Produkten, die aus Pelzen (Name!), Wolle, Federn, Rosshaar, Horn und Seide bestehen. Seine Bedeutung als Vorratsschädling ist eher gering. Ursprünglich ist der Pelzkäfer ein Freilandkäfer. Er entwickelt sich und überwintert gerne in Vogelnestern. Ein besonderes Augenmerk sollte man daher auf verlassene Nester in Hausnähe legen, um diese gegebenenfalls zu entfernen.
Da die Entwicklungszeit vom Ei bis zum geschlechtsreifen Tier sehr lange dauert (1-3 Jahre), tritt ein Befall nur da auf, wo eine ungestörte Entwicklung der Larven möglich ist. In der Wohnung befindet sich der Befallsherd daher häufig unter den Teppichen und in den Zwischenböden (hier dient oft eine tote Maus als Nahrung!). Die Larven bleiben an dunklen und ruhigen Stellen. Der Käfer selbst kann fliegen und wendet sich gerne dem Licht zu. Daher findet man ihn oft am Fenster.

Rüsselkäfer

Zu der großen Familie der Rüsselkäfer gehört auch der GEFÜRCHTETE DICKMAULRÜSSLER, gerne auch Breitmaulrüssler genannt. Wir finden ihn besonders oft an Pflanzen aus Baumschulen und an Erdbeeren.

Der erwachsene Käfer frisst an den Blättern runde Löcher. Der Käfer wird nur selten entdeckt, da er vorwiegend nachtaktiv ist.
Im Sommer werden mehrere hundert Eier in Wurzelnähe abgelegt, aus denen nach ca. 14 Tagen die Larven schlüpfen. Diese sind gelb-weißlich mit einem schwarzen Kopf und dick. Sie verursachen den wirklichen Schaden an den Pflanzen durch ihre Fraßtätigkeit an den Wurzeln. Das kann soweit gehen, dass die Pflanzen verwelken und absterben.
Die Larven überwintern in der Erde. Sie verpuppen sich im Frühling und schlüpfen dann. Durch die geschützte Lage vieler Gärten und Blumentröge, aber auch durch milde Winter sterben die erwachsenen Käfer im Winter nicht immer ab, sodass man nebeneinander an der gleichen Pflanze erwachsene Dickmaulrüssler an den Blättern und Larven an den Wurzeln finden kann.

Teppichkäfer

Der Teppichkäfer (Anthrenus verbasci) ist ein Textilschädling. Schädlich ist bei ihm, wie übrigens auch bei den Kleidermotten, nur die Larve. Die Larven sind behaart, 4-6 mm groß und lichtscheu.

Die erwachsenen Käfer sind 3-4 mm lang, sind braun-weiß-schwarz, und ernähren sich von Pollen.Die Weibchen suchen zur Eiablage dunkle Höhlen (offene Fenster!) auf, wo sie 10-20 Eier an Fleischresten, in mit Federn gepolsterten Vogelnestern, an toten Tieren, etc. ablegen. Die Teppichkäferlarve befällt die Keratinsubstanz, aus der die Haare von Tieren und die Federn der Vögel bestehen. Der Schaden der Larven erstreckt sich also auf wollene Kleidungsstücke, Teppiche, Pelze, Bettfedern, Rosshaarfüllungen in Matratzen, Polstermöbeln und ähnlichem. Textilstoffe pflanzlicher Herkunft wie Baumwolle, Zellwolle, Kunstseide, Leinen usw. werden nicht befallen. Da der Schädling im Larvenstadium lichtscheu ist, bevorzugt er dunkle Ecken. Besondere Aufmerksamkeit muss man daher auf Bettzeugladen, zu dicht eingeräumten Kästen, eingelagerte Matratzen, Polster etc. richten.

Laufkäfer

Laufkäfer, Carabidae, sind eine kleine Gruppe meist flacherer Käfer, von denen es in Europa nur mehrere hundert Arten gibt.

Die meisten ernähren sich von Wirbellosen (das sind Regenwürmer, Larven anderer Insekten, etc) und Aas, einige sogar von Schnecken, manche nur von Samen und Beeren.
Einer der größten ist der Lederlaufkäfer, Carabus coriaceus, der ca. 4 cm groß wird. Er frisst Schnecken, Raupen und selbst Käfer. Besonders nützlich ist er in der Landwirtschaft, wo er z.B. Kartoffelkäferpopulationen dezimieren hilft. Er ist flugunfähig und stößt bei Gefahr ein übelriechendes Sekret aus.

Essigfliegen

igfliegen (auch Obstfliegen, Taufliegen, Drosophilidae) werden stark vom Geruch von gärenden und faulenden Stoffen angelockt. Sie fliegen weite Strecken auch gegen den Wind, um diese Stellen zur Eiablage aufzusuchen.

In Wohnungen kann die Ursache für den Befall oft nur reifes Obst oder stehen bleibendes Gießwasser in den Blumenuntersetzern sein. Auch mit Laub verstopfte Regenrinnen vor dem Fenstern sind ein idealer Platz zur Entwicklung.
Da die Essigfliegen Bakterien und Pilze übertragen, muss bei einem Massenvorkommen in Lebensmittel verarbeitenden Betrieben der Ursprung unbedingt lokalisiert und beseitigt werden:
Dabei ist besonders auf die Abfälle zu achten. Mülltonnen sind regelmäßig zu reinigen, der Bioabfall ist kühl zu lagern und mit geeigneten Einstreulagen zu versehen.Der Ursprung eines Befalles können auch falsch gelagerte Nahrungsmittel (offene Milchprodukte, ungekühltes Obst und Gemüse) sein, die von den Maden und den mit eingeschleppten Pilzen und Bakterien zerstört werden können.
Aber auch auf das Abwassersystem ist unbedingt zu achten: bleibt in zu flachen oder verstopften Rohren Abwasser stehen, können die Essigfliegen über den Überlauf der Waschbecken oder aus den Fugen der Kanalisation kommen.